Darmgesundheit und sekundäre Pflanzenstoffe bei Prostatakrebs: Aktuelle Studienergebnisse
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Darmgesundheit und sekundäre Pflanzenstoffe bei Prostatakrebs: Aktuelle Studienergebnisse
Eine aktuelle randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie untersuchte den Einfluss einer phytochemikalienreichen Ernährung in Kombination mit einer probiotischen Ergänzung bei Männern mit niedrig-riskantem, progressivem Prostatakrebs.
Die Studie wurde von einem interdisziplinären Team aus Onkologen, Urologen und Ernährungswissenschaftlern durchgeführt und im Rahmen einer internationalen Fachkonferenz vorgestellt.
Hintergrund: Darmmikrobiom und Prostatakrebs
Das Darmmikrobiom umfasst Billionen von Mikroorganismen, die unter anderem:
- an der Regulation von Entzündungsprozessen beteiligt sind
- das Immunsystem beeinflussen
- Stoffwechselprozesse modulieren
Wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass das Mikrobiom möglicherweise auch bei der Regulation hormonabhängiger Prozesse eine Rolle spielt.
Studiendesign
Teilnehmer waren Männer mit histologisch gesichertem Prostatakarzinom, die keine Hormontherapie erhielten. Einige befanden sich in aktiver Überwachung, andere zeigten ein PSA-Rezidiv nach Operation oder Strahlentherapie.
Alle Studienteilnehmer erhielten eine phytochemikalienreiche Kapsel mit standardisierten Pflanzenstoffen. Anschließend wurden sie randomisiert entweder:
- zusätzlich mit einem Probiotikum
- oder mit einem Placebo
versorgt.
Das Studiendesign war doppelblind, sodass weder Teilnehmer noch Untersucher wussten, wer welche Intervention erhielt.
Zusammensetzung der phytochemikalienreichen Intervention
Die getestete Formulierung enthielt standardisierte Extrakte unter anderem aus:
- Granatapfel
- Brokkoli
- Grünem Tee
- Kurkuma
- Cranberry
- Ingwer
Die Herstellung erfolgte unter kontrollierten Qualitätsbedingungen mit standardisierter Messung aktiver Inhaltsstoffe.
Ergebnisse der studie
PSA-Verlauf
In der Gruppe, die ausschließlich die phytochemikalienreiche Intervention erhielt, verlängerte sich die PSA-Verdopplungszeit im Beobachtungszeitraum deutlich.In der Gruppe mit kombinierter phytochemischer und probiotischer Ergänzung zeigte sich eine statistisch signifikante Veränderung des PSA-Verlaufs im Vergleich zur Placebogruppe.
MRT-Befunde
Begleitende MRT-Untersuchungen zeigten bei einem Großteil der Teilnehmer stabile Befunde. Bei einzelnen Teilnehmern wurden Veränderungen dokumentiert. Die Auswertung dieser Daten wird weiterhin wissenschaftlich analysiert.
Mögliche Wirkmechanismen
Phytochemikalien werden in der Forschung unter anderem mit folgenden Mechanismen in Verbindung gebracht:
- Modulation entzündungsbezogener Signalwege
- antioxidative Prozesse
- Unterstützung der Darmbarriere
- Einfluss auf das bakterielle Gleichgewicht im Darm
Probiotische Bakterienstämme können die mikrobielle Zusammensetzung des Darms beeinflussen und möglicherweise zur Metabolisierung pflanzlicher Inhaltsstoffe beitragen.
Einordnung der Ergebnisse
Die Studie liefert Hinweise darauf, dass eine Kombination aus phytochemikalienreicher Ernährung und probiotischer Supplementierung mit Veränderungen bestimmter klinischer Marker assoziiert sein kann.
Die Autoren betonen, dass weitere Studien notwendig sind, um langfristige Auswirkungen sowie die Übertragbarkeit auf andere Patientengruppen besser zu verstehen.
Bedeutung für Patienten
Die untersuchten Interventionen wurden als ergänzende ernährungsphysiologische Maßnahmen eingesetzt. Sie ersetzen keine medizinische Therapie.Lebensstilmaßnahmen, darunter eine ballaststoffreiche Ernährung und Förderung der Darmgesundheit, werden zunehmend als unterstützende Strategien im Rahmen einer ganzheitlichen Betreuung diskutiert.
Original study info:
Von Prof. Thomas september 2024
Thomas, R. (2024, September 29). Gut health and prostate cancer. Keep Healthy. https://keep-healthy.com/gut-health-and-prostate-cancer/