Ernährung und Beckenbodensymptome: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse
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Ernährung und Beckenbodensymptome: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse
Beckenbodenerkrankungen (Pelvic Floor Disorders, PFD) entstehen, wenn Muskulatur und Bindegewebe des Beckenbodens geschwächt sind. Mögliche Folgen sind:
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Harninkontinenz
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Stuhlinkontinenz
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Beckenorganprolaps
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Harndrang und Nykturie
Risikofaktoren sind unter anderem Alter, Übergewicht, hormonelle Veränderungen, Schwangerschaft sowie urologische oder gynäkologische Eingriffe.
Während Beckenbodentraining als zentrale Selbsthilfestrategie gilt, untersuchen neuere Studien zunehmend auch den Einfluss der Ernährung.
Ernährung und Beckenboden: Beobachtungsdaten
Eine finnische Beobachtungsstudie mit über 1000 Frauen analysierte den Zusammenhang zwischen Ernährungsverhalten und Beckenbodensymptomen.
Die Ergebnisse zeigten:
Hoher Fett- und Zuckerkonsum
War indirekt mit stärkeren Symptomen assoziiert, insbesondere im Zusammenhang mit Gewichtszunahme und erhöhter mechanischer Belastung des Beckenbodens.
Niedrige Ballaststoffzufuhr
War mit Verstopfung assoziiert, was langfristig den Beckenboden zusätzlich belasten kann.
Hoher Verzehr von Obst und Gemüse
War mit besseren Darmfunktionen verbunden. Sekundäre Pflanzenstoffe werden in der Forschung zudem mit entzündungsmodulierenden Effekten in Zusammenhang gebracht.
Stark verarbeitete Lebensmittel
Wurden mit einer Verschlechterung von Symptomen assoziiert.
Kein signifikanter Zusammenhang wurde in dieser Studie zwischen moderatem Koffein- oder Alkoholkonsum und Harninkontinenz gefunden.
Interventionsstudie bei Männern mit Prostatakrebs
Eine randomisierte, doppelblinde Studie untersuchte den Einfluss einer phytochemikalienreichen Ernährung sowie einer probiotischen Ergänzung bei Männern mit niedrig-riskantem Prostatakrebs unter aktiver Überwachung.
Die Intervention umfasste:
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YourPhyto: eine Kapsel mit konzentrierten phytochemikalienreichen Lebensmitteln
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YourGutPlus: eine Kombination aus Lactobacillus-Stämmen, Inulin und Vitamin D
Neben Veränderungen bestimmter onkologischer Marker wurden auch beckenbodenbezogene Symptome untersucht.
In der kombinierten Interventionsgruppe zeigten sich unter anderem:
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Verbesserungen von Harndrang, Nykturie und Harnfrequenz
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Verbesserungen der erektilen Funktion
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Reduktionen bestimmter Entzündungsmarker
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Verbesserungen der allgemeinen Muskelkraft
Die Autoren weisen darauf hin, dass weitere Studien notwendig sind, um langfristige Effekte zu bestätigen.
Mögliche Mechanismen
Phytochemikalien werden mit folgenden Prozessen in Verbindung gebracht:
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Modulation entzündungsbezogener Signalwege
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antioxidative Effekte
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Unterstützung der Darmbarriere
Probiotische Bakterienstämme können das Gleichgewicht des Darmmikrobioms beeinflussen und möglicherweise entzündliche Prozesse modulieren.
Bewegung bei Beckenbodensymptomen
Neben Ernährungsstrategien bleibt gezieltes Training entscheidend.
Kegel-Übungen
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Beckenbodenmuskulatur bewusst anspannen
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5–10 Sekunden halten
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10–15 Wiederholungen, 3-mal täglich
Brücke
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Rückenlage, Füße aufgestellt
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Becken anheben und Beckenboden aktivieren
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10–15 Wiederholungen
Tiefe Atmung mit Beckenbodenaktivierung
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Beim Ausatmen sanft den Beckenboden anheben
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Mehrere Minuten wiederholen
Kniebeugen
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Beim Absenken Beckenboden aktivieren
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2–3 Sätze à 10 Wiederholungen
Fazit
Neue wissenschaftliche Daten deuten darauf hin, dass Ernährungsgewohnheiten sowie die Darmgesundheit mit Beckenbodensymptomen assoziiert sein können.
Eine Kombination aus:
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ballaststoffreicher Ernährung
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erhöhter Aufnahme phytochemikalienreicher Lebensmittel
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Unterstützung des Mikrobioms
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gezieltem Beckenbodentraining
kann zur allgemeinen Stabilisierung beitragen.
Von: Professor Thomas |8 April 2025
Thomas, P. (2025, April 8). Diet and pelvic floor symptoms. Keep Healthy. https://keep-healthy.com/diet-and-pelvic-floor-symptoms/